Lightprodukte – Fluch oder Segen?
In Zeiten, in denen (zumindest in den Industrieländern) so gut wie jedes Nahrungsmittel günstig erworben werden kann, braucht fast niemand mehr zu hungern. Dies führt jedoch leider auch zu einer negativen Entwicklung in der Ernährung der Menschen – noch nie zuvor waren so viele Personen übergewichtig wie heute. Ob aus unwissender Fehlernährung oder der ungezügelten Liebe zu Süßigkeiten – ist eine Person erst einmal übergewichtig, so wird sie die Pfunde schwer wieder los. Auch das gesellschaftliche Ideal der schlanken Schönheit trägt nicht dazu bei, dass sich Dicke in ihrer Haut wohler fühlen. So ist es verständlich, dass sie schnell nach Lightprodukten greifen, um Kalorien einzusparen und somit schneller abzunehmen. Doch was ist wirklich dran an „light“, „leicht“ und „kalorienarm“?
Was sind Lightprodukte?
Produkte, die mit dem Zusatz „light“ versehen sind, werben oft damit gesünder zu sein als andere Lebensmittel. Als ungesund empfundene Bestandteile sind hier nämlich in geringerer Menge vorhanden als bei entsprechenden Konkurrenzprodukten. Egal ob Fett, Kalorien oder Zucker – mit der Devise „weniger ist mehr“ stellt das Lightprodukt seinen fetten Konkurrenten in den Schatten.
Doch begnügen sich Lightprodukte nicht damit, kalorien- oder fettreduziert zu sein. Der Geschmack darf dem Originalprodukt in Nichts nachstehen. Doch ist es gar nicht so leicht, die verloren gegangene Süße des fehlenden Zuckers zu ersetzen, ohne die Kalorien wieder in die Höhe zu treiben. Es bleibt nur eine einzige Möglichkeit – der Einsatz von Süßstoffen. Bekannte Süßstoffe sind zum Beispiel Aspartam oder Saccharin. Sie sind 200 beziehungsweise 300- bis 500-mal süßer als Saccharose – der gewöhnliche weiße Kristallzucker. Sie enthalten zwar auch Kalorien, diese werden jedoch eingespart, indem nur ein Bruchteil des Gewichts der Zuckermenge verwendet wird, um dieselbe relative Süße in Produkten zu bewirken. Häufig werden sie sogar noch süßer gemacht. In der EU gibt es sogar zugelassene Süßstoffe, die kaum vorstellbar 10.000-13.000-mal so süß sind, wie gewöhnlicher Haushaltszucker. Zum Beispiel ist Neotam so ein Süßstoff.
Sind Lightprodukte gesund?
Ob Lightprodukte gesund sind oder nicht – darüber wird schon seit ihrer Erfindung gestritten. Unternehmer, die am Verkauf ihrer Lightprodukte interessiert sind, sehen sie natürlich als völlig unbedenklich und geben zum Teil viel Geld für Gutachten aus, die ihre Ansicht unterstützen. Jedoch gibt es auch eine entgegengesetzte Meinung von Wissenschaftlern, die die Abnehmfunktion von Lightprodukten bezweifeln, sie sogar als schädlich erachten.
So wirkt sich der Süßstoff auf den Insulinspiegel aus und kann zu Fehlproduktionen der Bauchspeicheldrüse führen. Anstatt ein Sättigungsgefühl zu bewirken, verspürt der Konsument noch größeren Heißhunger. Ebenfalls neigen Personen, die Lightprodukte verzehren, häufig dazu, zu viel von ihnen zu sich zu nehmen. Sie haben ein gutes Gewissen dabei, da sie sich schließlich „kalorienarm“ ernähren.
Neben den manipulierenden Wirkungen auf das Hungergefühl und den Stoffwechsel des Körpers gibt es jedoch auch verschiedene Personen, die Süßstoffe für schlichtweg gesundheitsgefährdend halten. So wird Aspartam als süchtig machender Stoff bezeichnet, da sich bei seinem Abbau im menschlichen Körper Ethanol abspaltet. Dies führt – wie jeder andere Alkohol auch – zu einem Suchtgefühl. Man möchte mehr und mehr von dem Lightprodukt konsumieren. Verzichtet man auf den Konsum, können sich starke Entzugserscheinungen wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Unruhe manifestieren.
Welcher Meinung man Glauben schenken soll, bleibt jedem selbst überlassen. Jedoch sollte man sich vorher entscheiden, ob man ein Lightprodukt in seiner Ernährung wirklich für notwendig hält.
June 28 2010 04:29 pm | Ernährung